Danke!

“Heiligabend gehen wir in den Pub, dort steigt eine lockere Geburtstagsparty für Jesus.” Was in England durchaus gesellschaftsfähig ist, lässt uns die Haare zu Berge stehen. Weihnachen, das ist doch viel mehr der Weihnachtsbaum zu Hause, Geschenke, Kinder und ein gemütlicher Abend mit der Familie. In Deutschland ist Weihnachten ein Familienfest. Das tut denen gut, die Familie haben; das ist schwer für alle anderen und doppelt schwer, wenn man sie hat, aber nicht bei ihr sein kann. Außerdem kommen da dann auch noch die Erinnerungen.

Weihnachten im Gefängnis ist selten ein schönes, vielmehr ein belastendes Fest. Viele wünschen sich, dass es möglichst schnell vorbeigeht. Man kann das verstehen. In den letzten Jahren haben wir im Projekt Brückenbau zweimal ein festliches Essen direkt an den Feiertagen angeboten. Das haben viele, die Ausgänge genehmigt bekamen, genossen. Und dann sind da natürlich die Päckchenaktionen. Sie sollen die Botschaft hinter die Mauern tragen, dass Gefangene „draußen” nicht vergessen sind. Ein bescheidenes Symbol, doch was wäre Weihnachten ohne den Versuch dieser menschlichen Geste?

An dieser Stelle möchte ich denen danken, die im vergangenen Jahr, gerade auch zu Weihnachten, Gefangenen und Haftentlassenen geholfen haben. Sei es ganz praktisch, mit ehrenamtlichem Engagement oder mit Beiträgen und Spenden. Dass dies bei uns geschieht, darauf sind wir auch ein bisschen stolz. Einfach ist es oft nicht. Gleichzeitig bitte ich sie, darin nicht nachzulassen. Der Satz von Erich Kästner bleibt wahr: Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.

Es grüßt Sie herzlich

Pastor Gerhard Schridde
(Vorsitzender)